
Start – Ende
März 2025 bis November 2025
Situation zu Beginn des Projektes
Wir betreuen suchtkranke Menschen, die zum Teil bereits suchtmittelfrei, zum Teil noch nicht suchtmittelfrei leben. Einige leiden unter einer Sozialphobie, sie ertragen es kaum, sich länger in Gruppen aufzuhalten. Sie sind ALG-2- oder Sozialhilfeempfänger*innen oder Rentner*innen und von daher nicht in der Lage, sich Freizeitaktivitäten zu finanzieren. Viele sind aufgrund ihrer Suchterkrankung noch nie oder seit Jahren nicht mehr in einem Museum, Kino, auf einem Fest oder sportlich aktiv gewesen.
Mitarbeiter*innen des Ambulant Betreuten Wohnens: Sozialpädagoge, Psychologe, Diplom-Heilpädagogin, Sozialarbeiterin, Erzieherin, Betreuungskraft)
Die Situation der Klient*innen ist durch folgende Faktoren geprägt:
- sie leben zurückgezogen
- sie haben keinen Mut und keine Kraft, von sich aus etwas zu unternehmen
- um am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen
- sie leiden teilweise unter Depressionen
- es fehlt ihnen an Selbstachtung
- sie verfügen über eine geringe Frustrationstoleranz
- sie erleben wenig Selbstwirksamkeit
- ihre Kommunikationskompetenz ist eingeschränkt
- es fällt ihnen schwer, ihre Bedürfnisse angemessen zu äußern
- sie sind nur begrenzt kritikfähig
- sie versuchen, ihren Problemen mit Hilfe von Suchtmitteln zu entkommen
- einige haben Freizeiterfahrungen mit dem Blauen Kreuz aus den letzten Jahren
- sie haben Angst vor Neuem und vor Veränderungen, Angst davor, außergewöhnliche Situationen nicht zu bewältigen
Folgende Ergebnisse wurden durch die gemeinsamen Aktivitäten erzielt:
- Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, z.B. Teilnahme an den Elsper Festspielen, Museumsbesuch
- Erweiterung der sozialen Kompetenz wie Kompromissbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit, z.B. durch gemeinsames Planen des nächsten Ausfluges
- Gestärktes Selbstwertgefühl, z.B. durch Kanufahrt, Klettern
- Erhöhung der Belastbarkeit
- Bewältigung von Antriebsstörungen, Interesselosigkeit und Depressionen
- Gemeinschaftserlebnisse
- Erleben von Selbstwirksamkeit beim Grillen, Klettern, Mitgestaltung und Planung von Ausflügen etc.
- Stärkung des Abstinenzwillens und der Abstinenzfähigkeit
- Erhöhung von Lebensfreude
- Bewegung in freier Natur, Kanufahrt, Klettergarten
- Erweiterung des Erlebnishorizontes
- Mut zu Veränderungen
Positiv:
- Die Teilnehmenden zeigten Eigeninitiative, zum Beispiel bei der Vorbereitung der Ausflüge, beim Grillen, etc..
- Viele zeigten Verständnis füreinander, Kommunikation und Toleranz waren besonders beim Kanufahren gefordert.
- Durch unsere vielfältigen Angebote konnten viele Klient*innen erreicht werden.
Das Eingebundensein in die Gruppe, die gemeinsamen Planungen der Ausflüge und die Gruppenaufgaben förderten die Entfaltung individueller Begabungen und Potentiale, wie etwa beim Kanufahren oder Klettern. Von allen wurde Rücksichtnahme aufeinander gefordert, etwa auf schwache Teilnehmer*innen, insbesondere im Klettergarten.
Einer Klientin gelang es, einen anderen sehr ruhigen, schwer in Kontakt und ins Gespräch kommenden Teilnehmer aus der Reserve zu locken und sich mit ihm angeregt zu unterhalten.
Die Erfahrung außergewöhnlicher Erlebnisse, gelungener Kommunikations- und Gruppenprozesse, der Bewältigung von Konflikt- und Stresssituationen durch gemeinsame Reflektion, das Erlebnis von Selbstwirksamkeit und der Entfaltung nicht mehr aktivierter Potentiale stärkt das Selbstbewusstsein und die Abstinenzmotivation bei den Teilnehmer*innen.
Die Teilnehmer*innen sind motiviert, weiterhin suchtmittelfrei zu leben.
Sie erzählen ihren Bekannten von den Freizeitaktivitäten. Sie werden zum Vorbild für andere.
Die Arbeit des Blauen Kreuzes wird bekannter. Es melden sich Menschen mit Suchtproblematik und bitten um Unterstützung, um ihr Leben verändern zu können.
Die wöchentlichen Gruppenaktivitäten werden stärker besucht. Wir können Aufgaben delegieren. Die Teilnehmer*innen übernehmen mehr an Verantwortung für sich und für andere.