
Die Freizeit fand mit 13 KlientInnen und 4 MitarbeiterInnen statt. Leider gab es 3 krankheitsbedingte Ausfälle. Das Durchschnittsalter lag bei 51 Jahren.
Situation zu Beginn des Projektes:
Dieses Jahr wurde eine gemeinsame Freizeit mit Teilnehmenden durchgeführt, welche an unterschiedlichen Stellen in Ihrem Leben stehen. So waren ältere, sowie jüngere Teilnehmende und Menschen mit psychischen und physischen Erkrankungen vertreten.
Das Haus im Ferienpark Landal Beach Resort Ooghdyne wurde vom 30.06.2025 bis zum 07.07.2025 gebucht. Die Anfahrt wurde mit 3 einrichtungsinternen Bussen organisiert.
Unsere KlientInnen sind aktiv in den gemeinsamen Alltag eingebunden. Ob beim Tisch decken und Abräumen, beim Aufräumen der Gruppenräume, beim Einkaufen oder beim gemeinsamen Kochen und Grillen, jeder/ jede trägt etwas bei und erlebt Teilhabe auf Augenhöhe.
Auch die Freizeitgestaltung erfolgt gemeinsam: Die Wünsche und Möglichkeiten aller Gruppenmitglieder stehen im Mittelpunkt. Welche Aktivitäten unternommen werden, entscheiden die Teilnehmenden selbst – so entsteht ein Programm, das alle mitträgt.
Bei der Auswahl der Unterkünfte achten wir darauf, dass sie barrierefrei oder zumindest barrierearm sind. Ein großzügiger Gruppenraum ist uns dabei besonders wichtig – er bietet Raum für gemeinsames Essen, Spieleabende und Gespräche.
Projektziele:
Ziel der Ferienfreizeit ist es Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam anspannenden Aktivitäten teilzunehmen und tolle Erfahrungen zu sammeln. Es ist eine großartige Gelegenheit, neue Fähigkeiten zu erlernen und verschiedene Erlebnisse zu sammeln. Das Freizeitangebot soll eine Umgebung schaffen, in der jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer respektiert und wertgeschätzt wird. Hierbei ist sehr wichtig sicherzustellen, dass alle Teilnehmende eine positive und unterstützende Erfahrung machen. Die Förderung von sozialen Fähigkeiten und Zusammenarbeit stehen ebenso im Mittelpunkt.
Wer gemeinsam dem Alltag entflieht, verhindert das Auseinanderleben und erschafft neue Erfahrungen, die das Wir-Gefühl in einer Gemeinschaft stärken. Gemeinsame Erfahrungen schweißen Menschen zusammen und ermöglichen die persönliche Weiterentwicklung in dieselbe Richtung: hier vor allem die Abstinenz. Dies hält die Beziehungen untereinander lebendig. Der Austausch über das Erlebte, Gedanken oder Gefühlen ist hierbei ein wichtiger Punkt, welche auch nach den Freizeiten weiter stattfindet. Ebenso wie gemeinsame Ziele und Pläne.
Mehr noch: Jeder gemeinsame Erfolg bestätigt die Gemeinschaft – dazu zählen auch gemeinsam gelöste Probleme. Somit fördern gemeinsame Unternehmungen dauerhafte und berechenbare Beziehungen Untereinander, wie auch der Austausch von Erlebnissen.
Die Gestaltung der Freizeitaktivitäten erfolgt ebenfalls im Dialog. Interessen, Einschränkungen und Ressourcen der Teilnehmenden werden berücksichtigt. Dabei entsteht ein Tagesablauf, der Halt gibt und dennoch genug Raum für Spontanität und Freude lässt.
Auch herausfordernde Situationen haben Platz: Missverständnisse, Unstimmigkeiten oder organisatorische Probleme werden angesprochen, offen, respektvoll und lösungsorientiert. So stärken wir die Konfliktfähigkeit und fördern Selbstreflexion in einem geschützten Rahmen.
Leitung:
Die Freizeit wurde von 4 Mitarbeiterinnen des Falkenroth-Hauses begleitet:
zwei Sozialarbeiterinnen, Ina Wenzel und Lajana Machwitz Vollzeit beschäftigt.
Eine Arbeitstherapeutin (gelernte Krankenschwester), Andrea Duchene 32 Wochenstunden und eine duale Studentin der Sozialen Arbeit, Vivien Schumacher, 20 Wochenstunden.
Aktivitäten:
Highlights in diesen Freizeiten waren:
- Ausflug Alkmaar Käse Markt
- Fahrradtour mit E- Bikes nach Schargen und Besuch Markt
- Bowling/ Schwimmen, indoor Minigolf
- Besuch den Helder
- Besichtigung des Marinemuseum
- Besuch Schmetterlingspark
- und ein Tag am Meer, bei schönstem Wetter!!!!
Am Abend wird gemeinsam der nächste Tag geplant – in ruhiger Atmosphäre und mit Raum für Austausch.
Dazu gehören Fragen wie:
Was kochen wir? Wer übernimmt welche Aufgaben? Welche Aktivitäten stehen an?
Dabei achten wir auf die individuellen Fähigkeiten, Ängste und Bedürfnisse unserer KlientInnen. Niemand wird überfordert – alle werden einbezogen.
Am Abend bieten wir zusätzlich Gruppenspiele an. Diese stärken das Miteinander, bauen Stress ab und bringen Leichtigkeit und Freude in den Tag. Das gemeinsame Essen ist ein fester Bestandteil unseres Tages. Es beginnt und endet für alle gemeinsam.
Unser Ziel: Essen soll nicht nur der Nahrungsaufnahme dienen, sondern Genuss und Gemeinschaft erlebbar machen. Auch Einkäufe werden gemeinsam abgestimmt – sowohl organisatorisch als auch im Hinblick auf die finanziellen Möglichkeiten.
Erreichte Ergebnisse:
Die Ferienfreizeit stellt seit Jahren ein Höhepunkt für unsere KlientInnen da. Viele haben noch nie Urlaube durchgeführt oder seit sehr langer Zeit nicht mehr. Die Freizeit wird auf die Teilnehmenden abgestimmt, dies bedeutet: Gruppengröße, Konstellation, Ort, Ausstattung und Freizeitangebote werden den Mitfahrenden angepasst und mit ihnen besprochen.
Zum Abschluss jeder Freizeit findet eine gemeinsame Gruppensitzung statt. Hier wird Raum für Lob, Kritik,
Anregungen und persönliche Rückmeldungen gegeben. Für viele unserer KlientInnen ist dies eine große Herausforderung – und zugleich eine wertvolle Erfahrung im Umgang mit Kommunikation, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft.
Unsere KlientInnen bringen unterschiedliche Einschränkungen mit, das zeigt sich oft schon anhand ihrer Diagnosen. Dennoch hat jeder/jede individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse, die wir ernst nehmen und in die Planung mit einbeziehen.
Selbst bei Menschen mit einem sehr eingeschränkten Aktionsradius gelingt es uns, Freizeiten so zu gestalten, dass sie abwechslungsreich, wohltuend und bereichernd sind. Mit Kreativität, Rücksichtnahme und guter Vorbereitung schaffen wir Räume, in denen echte Teilhabe möglich ist, für alle.
Wirkung und Blick in die Zukunft
Wie ist ihrer Meinung nach die langfristige Wirkung?
Viele unserer KlientInnen leben mit chronischen psychischen Erkrankungen und einer langjährigen Suchterkrankung. Ziel unserer Arbeit ist es, im Laufe der Zeit wiedererlangte Fähigkeiten zu erhalten, die psychische Stabilität zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu stärken. Unsere Freizeiten leisten dazu einen wichtigen Beitrag, auf emotionaler, sozialer und praktischer Ebene.
Die intensive gemeinsame Zeit von sieben Tagen trägt dazu bei, Vertrauen aufzubauen, Beziehungen zu vertiefen und das Miteinander auch im Alltag der Einrichtung zu stärken. Die positiven Erfahrungen wirken nach und fördern langfristig Stabilisierung, Teilhabe und Lebensqualität der KlientInnen.
Wir würden uns sehr freuen, auch in Zukunft auf Ihre Unterstützung zählen zu dürfen und hoffen, erneut eine finanzielle Förderung zu erhalten, um weitere Freizeiten dieser Art möglich zu machen. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und zum Wohlbefinden unserer KlientInnen.
Können Sie darauf aufbauen?
Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der bisherigen Freizeiten möchten wir auch künftig regelmäßige Ferienangebote für unsere KlientInnen anbieten. Ziel ist es, die bereits erzielten Fortschritte in psychischer Stabilität, sozialen Kompetenzen und persönlicher Teilhabe langfristig zu festigen.
Zukünftige Freizeiten sollen weiterhin Gelegenheiten bieten, neue Fähigkeiten zu erlernen, gemeinsame Erlebnisse zu teilen und das Vertrauen innerhalb der Gruppe zu stärken. Durch kontinuierliche Wiederholung und den Ausbau von gemeinsamen Aktivitäten kann das Wir-Gefühl weiter gefestigt und die nachhaltige Unterstützung im Alltag der Einrichtung gestärkt werden.
Darüber hinaus wollen wir künftig noch stärker auf individuelle Interessen und Ressourcen der Teilnehmenden eingehen, um die Freizeiten noch inklusiver und motivierender zu gestalten. So sollen alle KlientInnen, unabhängig von ihren Einschränkungen, aktiv und selbstwirksam teilhaben können.
Langfristig erwarten wir, dass diese Maßnahmen die Lebensqualität, die soziale Vernetzung und die persönliche Weiterentwicklung unserer KlientInnen weiter verbessern und die erreichten positiven Effekte aus den Freizeiten nachhaltig in den Alltag übertragbar bleiben.