Kochen und Gartenarbeit als ganzheitliches Erlebnis für Mutter und Kind

Ponter Kinder- u. Jugendhilfe GmbH, Don Bosco Haus in Geldern, 2021

In einem zusammen mit den Müttern angelegtem Treibhaus, lassen sich Jahreszeiten, Zusammenhänge und Kreisläufe vom Wachsen, Gedeihen und Vergehen in der Natur beobachten und sinnlich wahrnehmen. Dabei kommt es nicht darauf an, große Mengen zu produzieren.
Das Kennenlernen und Beobachten beim Anziehen und beim Heranwachsen der Keimlinge steht im Vordergrund.

In unserer Einrichtung soll den Müttern mit ihren Kindern die Möglichkeit gegeben werden, verschiedene Gemüse, Kräuter und Blumensorten kennenzulernen. Es ist uns wichtig, viel praktisches Wissen für den eigenen Anbau im eigenen Haushalt zu vermitteln, damit sie dies umsetzen können.
Angelique hat viele unterschiedliche Kräutersamen eingesät. Diese werden von ihr gepflegt und versorgt bis diese ins Frei-Beet gesetzt werden können. Marie hat mit viel Freude und erfolgreich viele unterschiedliche Blumensamen eingesät.

Die Mütter sollen in unserer Einrichtung erfahren, was ein Samen ist und wie er sich zur Pflanze entwickelt. Ein Gewächshaus bietet im pädagogischen Umgang mit Müttern und Kindern eine klare Abgrenzung. Angebote können gezielt durch Öffnen und Schließen des Hauses begonnen und abgeschlossen werden. Es entsteht ein wetterunabhängiges ganzjähriges Projekt.

Im Treibhaus machen die Mütter, die Kinder und Mitarbeiter gemeinsame Naturerfahrungen. Entwicklungen und Prozesse in der Natur werden über den Zeitraum des Aufenthaltes in unserer Einrichtung begleitet. Die Achtsamkeit der Bewohner soll gefördert werden. Die Kinder übernehmen Verantwortung für Pflanzen und Tiere. Die Mütter übernehmen die lehrende Funktion und haben die Möglichkeit ihren Kindern grundlegendes Wissen zu vermitteln. Es entsteht ein respektvoller Umgang im Einklang mit der Natur. Durch das Erleben des eigenen Anbaus werden Kompetenzen, die ein nachhaltiges Denken und Handeln ermöglichen, gefördert. Durch das übergreifende Projekt „gemeinsames Kochen" wollen wir die hauswirtschaftlichen Kompetenzen der Mütter langfristig fördern.

Marie wartet auf ihr Baby. Sie hat viel Zeit und noch nie Kontakt mit Stecklingen und Gartenarbeit gehabt. Konzentriert befüllt sie alle Ansatzbehälter mit Anzuchterde. Gemeinsam mit Mutter und Kind ist es uns gelungen eine prachtvolle Vielfalt an Gemüse, Kräutern und Blumen anzuziehen.
Derzeit ernten wir wöchentlich Salate, Kohlraben, Möhren, Lauch und Mangold. Die Tomaten, Gurken und Lauchzwiebeln sind auch bald reif. In unserem Komposter wachsen Zucchini und Kürbis. Die Kräuter und Blumen konnten ins Freiland gesetzt werden.

Im Namen der Mütter, Kinder und Mitarbeiter bedanken wir uns recht herzlich für ihre großzügige Spende und Unterstützung.